





![]() |
Artikel - Artikel Archiv - Artikel Suche | ![]() |
![]() |
![]() |

|
11. Oktober 2009
NeBula recherchiert: Die elektronische Tanzmusik Part 2
Letzte Woche legte ich euch das Thema „von der Produktion bis zum kommerziellen Durchbruch“ nahe, diese Woche geht es um das Wort „Techno“ aber auch um weitere Interessante Themen.
von NeBula
![]() Nachdem der elektronischen Tanzmusik in den 80er Jahren der kommerzielle Durchbruch gelang, dauerte es nicht lange bis sich einzelne Untergenres entwickelten. So wurde im Jahre 1982 in Europa das erste Mal der Begriff „Techno“ verwendet. Andreas Tomalla, der als Pionier unter dem Pseudonym Talla 2XLC gilt, ist einer der wichtigsten Wegbetreuer der kommerziellen deutschen sowie internationalen Techno- & Tranceszene. Anfang der 80er Jahren arbeitete er in einem Plattenladen der unterhalb des Frankfurter Hauptbahnhofs lag. Er ordnete Schallplatten mit elektronischen Produktionen in eine eigenständige Kategorie und benannte diese mit „Techno“. In diese Kategorie wurde anfangs die deutsche Avantgarde (Kraftwerk), Elektronische Popmusik (Depeche Mode), EBM (Front 242, Nitzer Ebb), Industrial (Cabaret Voltaire, Clock DVA, Throbbing Gristle) und generell elektronisch arrangierte Spielarten der New Wave-Epoche (siehe Electro Wave), aber auch den Detroit Techno (A Number Of Names, Cybotron), der stark durch europäische Musikrichtungen geprägt wurde einsortiert. Der Begriff „Techno“ konnte sich in dieser Form als Dachbegriff nicht nur vorzugsweise im deutschen Sprachraum, sondern auch international bis in den Beginn der 90er Jahre weiträumig etablieren. Zur Herausbildung der einzelnen Musikrichtungen in den 70er und 80er Jahren, stellten dabei die Beweggründe einen wesentlichen Unterschied zur späteren Technowelle in den 90er Jahren dar. Ausnahme war der Electro Pop. Bei diesem gab es nur wenige Vertreter, beispielsweise The Human League, die nachdenklich stimmende Themen aufgriffen. Zahlreiche Künstler versuchten thematisch wie auch klanglich hauptsächlich aber dystopisch geprägte Zukunftsvisionen, den post-industriellen und städtischen Zerfall, emotionale Kälte oder Ängste vor atomaren Katastrophen zu verarbeiten. Dieser teils in sich widersprüchlich anmutende Versuch, mit Hilfe von (einstmals) moderner Technologie auf die unmittelbare Gefahr derselbigen hinzuweisen, galt innerhalb der späteren Techno-Bewegung als vollkommen fremd. Er tauchte dort praktisch erst durch das Electro-Revival mit Künstlern wie Anthony Rother („Biomechanik“, „Databank / Nuklearer Winter“) ab Ende der 90er auf. In den späten 80er Jahren kam es zu einer baldigen Verwirrung. Unter der Bezeichnung „Techno“ kristallisierte sich immer mehr, ein stark von der House Musik beeinflusster Stil heraus. Das einflussreichste Printmedium „Frontpage“, das während der 90er Jahre bis zur Einstellung 1997 das einflussreichste Printmedium der Technoszene war, versuchte 1993 auf Unterschiede zwischen dem frühren Techno der 80er Jahre und dem neuentstandenen Techno (House) hinzuweisen und zu erklären. Da beide Stilrichtungen als Techno bezeichnet wurden, wurden oftmals mehrere Alternativen zur Umbenennung dem neuartigen Stil, z.B. in „Tekni“ oder „Comp“ unterbreitet. Diese konnten sich jedoch nie durchsetzen. Somit genossen die Stilformen der 80er (insbesondere EBM und Industrial) und die direkt darauf aufbauenden Richtungen der 90er (z. B. der Dark Electro und der Electro-Industrial) – unter der Sammelbezeichnung „Techno“ – über 3 Jahre lang den Status einer Parallelerscheinung, dem man mit dem Begriff Elektro für „elektronische Musik“ vorerst erfolgreich entgegenwirkte. Die kommerziell interessierte Musikindustrie profitierte von Anbeginn am Erfolg des Techno. Tracks wie „Das Boot“ von U 96 (1991), „James Brown Is Dead“ von L.A. Style oder „Don't You Want Me“ von Felix (1992), waren erste Charterfolge von Produktionen, die sich an Techno orientierten. Unter dem Begriff Dancefloor, wurden die auf die Massen ausgerichtete Kreuzungen zwischen Techno, Hip House und Pop mit Vertretern wie 2 Unlimited oder Culture Beat weitläufig vermarktet. Die ersten Tranceproduktionen schafften es etwa um 1994 in die Charts und es wurden vermehrt Popsongs vermarktet die sich mit der Geschwindigkeit und Rhythmus am Techno anlehnten. Hier zum Beispiel Dune oder Scooter. Techno hatte jedoch (im Unterschied zu Acid House) genug echte (sub-) kulturelle Substanz, um einem vollständigen Ausverkauf zu entgehen. Selbst kommerziell orientierte Produktionen aus den eigenen Reihen (z. B. „Somewhere Over The Rainbow“, eine Neuvertonung des gleichnamigen Titels aus dem Film Das zauberhafte Land durch Marusha) konnten der Szene lange Zeit nichts anhaben. Der Versuch einer profitorientierten Ausschlachtung spitzte sich später allerdings zu und es wurden innerhalb der volkstümlichen Musik immer häufiger harte elektronische Bass-Schläge auf den Vierteln verwendet. 1995 erschien zudem eine Schlümpfe-CD mit dem Titel Tekkno ist cool, die Coverversionen bekannter Dance-Hits aus den Charts enthielt. Ich hoffe, ich konnte auch heute wieder einige Themen, Sachverhalte und offen stehende Fragen beantworten. Leider habe ich vorraussichtlich am 14.10. eine Operration. Demnach kann ich nicht versprechen nächsten Sonntag den Part 3 aus „NeBula recherchiert „Die elektronische Tanzmusik“ online zu bringen. Freut euch und seid gespannt was im nächsten Artikel, spätestens am 25.10. folgt. |
||
![]() |
![]() |

![]() |
11.10.2009 - 22:38 Uhr | #1 | ![]() |
![]() |
Irgentwer![]() |
![]() |
![]() |
12.10.2009 - 13:39 Uhr | #2 | ![]() |
![]() |
Timeforce![]() |
![]() |


