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25. Januar 2009
Alkohol
Alkohol ist eine legale und beliebte Droge. Seit Jahrtausenden ist den Menschen dieses Genussmittel bekannt. Doch was die meisten vergessen: Übermäßiger Alkoholkonsum kann gefährlich werden.
von mändy
![]() Alkohol wird meist aus den verschiedensten Gründen getrunken. Ob zu Feiern, freudigen und traurigen Anlässen, als Mutprobe, aus Spaß oder durch Gruppenzwang. Doch zwei der häufigsten Gründe sind Probleme und Stress. Man trinkt um die Sorgen zu vergessen und die Gefühle zu ertränken. Das funktioniert jedoch nur während der Trunkenheit. Sobald man wieder nüchtern ist, wird einem klar, dass die Probleme dennoch nicht gelöst sind. Trotzdem ist es verlockend, wieder zu trinken, denn so scheinen die Probleme wenigstens für kurze Zeit gelöst zu sein. Was die wenigsten dabei jedoch bemerken: Dieses Verhalten treibt sie immer weiter in den Teufelskreis der Alkoholsucht. Geschichte des Alkohols Alkoholische Getränke sind vielen Völkern seit Jahrtausenden bekannt. Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus waren die Sumerer in der Lage, Bier selbst herzustellen. Sie hinterließen uns eine Keilschrifttafel, auf der diese Herstellung detailliert beschrieben wird. Doch die Sumerer waren nicht das einzige Volk, das Alkohol konsumiert hat. Die Griechen und Römer tranken Wein, die Chinesen brauten Alkohol auf der Grundlage von Reis und die Germanen tranken Bier und Met (Honigwein). Bier und Wein wurden in dieser Zeit als Getränk, Opfergabe und Genussmittel geschätzt. Bis zum 16. Jahrhundert war Bier ein Grundnahrungsmittel, vor allem in Nord- und Mitteleuropa. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Bier dann als Universalgetränk von Kaffe und Tee und als Nahrungsmittel von der Kartoffel verdrängt. Hochprozentige alkoholische Getränke kamen erstmalig im 19. Jahrhundert auf den Markt, als die industrielle Produktion von Branntwein begann. Bis heute ist der Alkohol fester Bestandteil unseres Alltages. Bier, Sekt, Wein und Spirituosen werden aus den verschiedensten Gründen getrunken: Zum Essen oder gegen den Durst, zu Anlässen, Festen und Feiern aller Art, als kleine „Besonderheit“ im Alltag oder wenn man Probleme hat und Entspannung sucht. ![]() Wie viel ist zu viel? Wenn man Alkohol trinkt, gelangt dieser über Schleimhäute schnell in die Blutbahn. Dadurch werden vor allem die Zentren des Gehirns beeinflusst, die das Bewusstsein und die Gefühle steuern. Zu Beginn wirkt der Alkohol anregend, später dann betäubend. Mit zunehmender Alkoholwirkung steigt die Unfallgefahr in allen Lebensbereichen. Durch die betäubende Wirkung des Alkohols kann es zu Verletzungen, Verbrennungen oder Erfrierungen kommen. Ab ca. 0,2 Promille: Das subjektive Erleben und das persönliche Verhalten verändern sich. Die Sehfähigkeit, das Konzentrationsvermögen und die Bewegungskoordination lassen allmählich nach. Ca. ein Promille: Das Rauschstadium mit heiterer oder depressiver Stimmung beginnt, Gleichgewichts- und Sprachstörungen setzen ein (Torkeln, Lallen). Ca. zwei Promille: Das Betäubungsstadium ist erreicht. Es kommt zu Störungen des Gedächtnisses und der Orientierung. Über drei Promille: Die schwere und akute Alkoholvergiftung beginnt. Diese kann im schlimmsten Fall sogar zum Tod durch Atemstillstand führen. (Aus-)Wirkungen und Begleiterkrankungen Alkohol wirkt stimmungsverstärkend und enthemmend. Doch die Alkoholsucht ruft eine seelische und körperliche Abhängigkeit hervor. Gefühle während der Trunkenheit: Schwindel, Glücklichkeit, Probleme scheinen gelöst, Übelkeit, gute Laune, Übermütigkeit, beruhigtes Gewissen Der Tag danach: Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Reue („Ich habe zuviel getrunken.“), man riecht nach Alkohol, Müdigkeit, Gedächtnislücken, Appetitlosigkeit Das Gefährliche am Alkoholkonsum sind jedoch die Folgeschäden, die im ganzen Körper auftreten können. - Gehirn: Beeinträchtigung von Gedächtnis, Orientierungsfähigkeit und Auffassung, leichte Ermüdbarkeit - Herz: Herzmuskelerkrankungen (Verfettung) - Magen: Magenschleimhautentzündung - Leber: Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose - Nerven: Nervenentzündung Akute Gefahren Eine schwere Alkoholvergiftung kann zum Tod durch Atemlähmung führen. Außerdem steigt die Unfallgefahr unter Alkoholeinfluss steil an. Alkohol und Medikamente beeinflussen sich in unberechenbarer und gefährlicher Weise. Daher sollte vorher geklärt werden, ob Alkohol trotz der Einnahme eines bestimmten Medikamentes getrunken werden darf. ![]() Fakten und Zahlen ![]() Entwöhnung und Hilfen Das Ziel einer Behandlung bei Alkoholabhängigkeit ist die völlige Abstinenz, denn die meisten Versuche, trotzdem weiterhin kleine Mengen an Alkohol zu konsumieren, scheitern und lösen fast immer schwere Rückfälle aus. Die Bewältigung der Alkoholsucht gliedert sich in mehrere Phasen. 1. Kontaktphase: Die betroffene Person sucht mit der festen Überzeugung, alkoholfrei werden zu wollen, eine Beratungsstelle auf und informiert sich über verschiedene Hilfsmöglichkeiten. Die Kontaktphase kann einige Tage bis mehrere Monate dauern. 2. Entzug/Entgiftung: Während der Kontaktphase wird geklärt, ob eine Entgiftung notwendig ist. Die medizinische Behandlung kann stationär oder ambulant erfolgen. Mit Medikamenten werden die auftretenden Entzugserscheinungen behandelt. Der Entzug dauert meist zwischen zwei und drei Wochen. 3. Entwöhnung: Nach dem Entzug kann eine psycho- und soziotherapeutische Behandlung helfen, in Zukunft „trocken“ zu bleiben. Diese kann ambulant oder stationär, als Gruppen- oder Einzeltherapie durchgeführt werden. Der Prozess der Entwöhnung dauert mehrere Monate. 4. Nachsorge: Für die Nachsorge werden vor allem Selbsthilfegruppen von Betroffenen und ihren Angehörigen empfohlen (z.B die „Anonymen Alkoholiker“). Fortsetzung folgt am 01.02.2009 Quelle: Broschüre der DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.), Infoblätter der Seminare zur Ausbildung von Schülermultiplikatoren Bilder: Pixelio, Wikimedia Commons |
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