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18. Januar 2009
Tabak
Neben Alkohol ist der Tabak eine der beliebtesten legalen Drogen. Was jedoch die meisten vergessen: Auch Tabak macht süchtig und zieht erhebliche Folgen nach sich.
von mändy
![]() Tabak ist die „Nummer-1-Droge“ der heutigen Gesellschaft. Der Konsum wird in drei Bereiche eingeteilt – Rauchen, Kauen und Schnupfen. Die am häufigsten verbreitete Form ist das Rauchen, vor allem das Rauchen von Zigaretten. Eine Zigarette hat eine Vielzahl an Inhaltsstoffen. Der Hauptwirkstoff ist Nikotin. Er macht abhängig (hohes Abhängigkeitspotenzial) und ist ein starkes Gift. Weitere Inhaltsstoffe der Zigarette sind unter anderem Arsen, Nickel, Teer, Kohlenmonooxid, Schwefel, Blausäure und Blei. Geschichte des Tabakkonsums Die Tabakpflanze, aus der der Tabak hergestellt wird, stammt ursprünglich aus Amerika. Tabak wurde vor allem gekaut, als Pulver geschnupft oder geraucht. Dabei wurden getrocknete Tabakblätter mit Maisblättern umwickelt oder in Pfeifen gestopft. Eine weitere Form des Konsums war das Trinken des Saftes von gekochten Tabakblättern. Tabak wurde häufig bei zeremoniellen Riten (Friedenspfeife) oder für medizinische Zwecke (Brech- oder Abführmittel, gegen Kopfschmerzen, Wundbehandlung) verwendet. Die Amerikaentdecker und nachfolgende Expeditionen lernten von den Indianern die Tabakpflanze und indianische Rauchsitten kennen. So kam es, dass immer mehr Siedler begannen zu rauchen und der Tabak Anfang des 16. Jahrhunderts durch Matrosen nach Europa gebracht wurde. Der Tabak war sehr begehrt und wurde durch Händler in der ganzen Welt verbreitet. Um 1600 galt er als sehr gut wirkendes Heilmittel. Neben dem Inhalieren wurde der Tabak auch in zahlreichen Arzneimitteln verwendet (Salben, Pasten, Lösungen, Tinkturen etc.). Aufgrund der positiven Wirkungen auf Geist und Psyche, entwickelte sich Tabak zur Kultdroge Londons und erlangte als Genussmittel eine steigende Beliebtheit in der Bevölkerung. Zahlreiche Versuche, den Tabakgebrauch und –anbau zu verbieten, scheiterten. So wurde der Tabakhandel und –konsum vollständig legalisiert und bis heute verdient der Staat an der Tabaksteuer. Die Bedeutung des Tabaks als Wirtschafts- und Handelsgut steigt. Den endgültigen Durchbruch als „Volksdroge“ erreichte der Tabak mit der Massenproduktion der Zigarette. Auswirkungen Die Auswirkungen von Tabak können sehr unterschiedlich sein. Zu unterscheiden sind vor allem die Wirkungen bei ungewohntem und regelmäßigem Konsum. Bei ungewohntem Konsum: Schwindelgefühl, Reizung der Atemwege, Übelkeit/Erbrechen, Herzrasen, erhöhter Speichelfluss, selten auch komatöse Zustände Bei regelmäßigem Konsum: gesteigerte Aufmerksamkeit, Gedächtnis wird unterstützt, Stresstoleranzgrenze steigt, Erregung und Aggression nehmen ab, bei Stresssituationen beruhigende Wirkung, bei Niedergeschlagenheit anregende Wirkung Doch die körperlichen und durchaus lebensgefährlichen Schäden kommen erst nach längerer Zeit des Konsums. Vor allem die inneren Organe sind von den Folgeschäden betroffen. Gehirn: Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Schlaganfall Herz: Herzschmerzen, Herzinfarkt Bronchie, Lunge: Luftknappheit, Raucherhusten, chronische Bronchitis, Lungenemphysem, Lungenkrebs Extremitäten: Kältegefühl, Muskelschmerz, Raucherbein Die gesundheitlichen Schäden, die durch das aktive Rauchen entstehen, sind in vielen wissenschaftlichen Studien eindeutig bewiesen worden. Raucher leiden mit sehr viel größerer Wahrscheinlichkeit als Nichtraucher an folgenden Erkrankungen: - Krebserkrankungen (Lunge, Mundhöhle, Kehlkopf, Speiseröhre, Nieren, Blase, Magen, Darm, Haut) - Herz-Kreislauf-Erkrankungen - Arterienverkalkung - Durchblutungsstörungen → Raucherbein, Herzinfarkt, Schlaganfall, Impotenz - Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre - Lungenentzündung, Bronchitis, Lungenemphysem (übermäßige Erweiterung der Lungenbläschen) - Erblindung: Rauchen schädigt die Netzhaut. Starke Raucher erblinden doppelt so häufig wie Nichtraucher. Fakten und Zahlen In Deutschland sterben jährlich 90.000 bis 140.000 Menschen an den Folgen ihres Zigarettenkonsums. Jede Zigarette verkürzt die Lebenserwartung eines Rauchers um durchschnittlich fünf Minuten. ![]() Entwöhnung und Hilfen Mit dem Rauchen aufzuhören ist nicht leicht. Daher muss für eine Entwöhnung auch ein starker Wille seitens des Betroffenen vorhanden sein. Es gibt verschiedene Methoden, die Tabakabhängigkeit zu überwinden - Verhaltenstherapeutische Nichtraucherkurse, Nichtraucherkurse plus Nikotinersatz, Akupunktur, Hypnose, Nichtraucherseminare, Ohrinjektionstherapie, Online-Nichtraucherkurse, Nikotinersatz ohne weitere therapeutische Hilfen. Die genauen Vorgehensweisen bei jeder einzelnen Methode erfahrt ihr hier. ![]() Fortsetzung folgt am 25.01.2009 Quelle: Infoblätter der Seminare zur Ausbildung von Schülermultiplikatoren, Tabakfrei.de Bilder: Pixelio |
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